Racebericht

Losinj (KRO) WC #1

Für die SRAM Young Guns, wie auch für viele andere Teams, begann der Einstieg in die neue spannende Saison 2018 mit dem ersten EDC im wirklich legendären Maribor. Maribor ist seit jeher zusammen mit Schladming und Pila die Lieblingsstrecke vieler WC-Athleten. Die Strecke ist einfach eine der wenigen, die alles zu bieten hat Anlieger, Sprünge, anspruchsvolle Wurzelsegmente und natürlich auch ein spektakuläres Steinfeld. Erinnern wir uns an Josh Brycland, der beim letzten WorldCup in Maribor sehr hart zu Boden ging.

Nach dreijähriger Abstinenz ging es nun wieder zurück nach Maribor und alle fieberten auf diesen ersten Event hin. Der Trackwalk zeigte schnell was sich so alles in den vergangenen Jahren änderte. Der Anspruch an die Fahrer stieg aber gleichzeitig blieb der Charakter Maribors bestehen. Das Wetter sollte an diesem Wochenende ebenfalls passen.
Da der erste EDC zeitlich perfekt platziert war, tauchten in der Startliste etliche WorldCup Teams auf. Die meisten reisten direkt weiter nach Kroatien zum ersten WorldCup des Jahres. So war es fast wie früher, ein kleiner WC wie Maribor. Für viele Fahrer einerseits eine Herausforderung, auf der anderen Seite natürlich fast unmöglich ein gutes Resultat zu erzielen.
Aber wir als Team wollen uns international messen lassen, unseren Platz im Worldcup finden und haben ganz klar den Focus von der deutschen Rennserie auf den WC und EDC gelegt. Das letzte Jahr hat gezeigt, dass viele deutsche Fahrer sich ausschließlich national messen und dann schon oft Ausreden für einen nicht so gelungen Lauf griffbereit haben. Wir dagegen mussten im internationalen Wettbewerb lernen, auch schöne Worte zu finden, wenn es wahrlich nicht nach unseren Vorstellungen lief.

So war es dann leider auch an diesem Wochenende, die Jungs Till und Simon waren schlichtweg zu langsam, um zufrieden Richtung Kroatien aufzubrechen. Natürlich nicht das, was wir uns von Maribor erhofft hatten und auch nicht gerade der optimale mentale Schub für die Herausforderung eines WC.
Simon kam überhaupt nicht in den Flow und fand sich das gesamte Wochenende einfach nicht zurecht. Till hatte sehr gute Erinnerung an Maribor, denn schließlich gewann er in seinem ersten U17 Jahr und EDC Rennen das Rennen und sorgte für nationale Begeisterung.
Daher lag Till die Strecke eigentlich, aber auch er fand nicht zu seinem Speed. Es galt daher in den ersten beiden Tagen nach dem Rennen ein wenig Ursachenforschung zu betreiben.
Nun liegt der erste EDC hinter uns und Begeisterung kam im Team wahrlich nicht auf.

Nun sind wir aktuell in Kroatien, haben im Team besten Stimmung, konnten toll trainieren und haben sichtlich viel Spaß auf der Strecke. Gemeinsam mit unseren neuen eigenen Mechanikern und SRAM veränderten wir in den letzten Tagen das Setup und Tuning der Fahrwerke.

Heute ist erst Samstag, wir haben nun einen halben Tag bzw 3.5 Std Training hinter uns und müssen feststellen, dass Losinj alles von uns abverlangt. Die Laufräder leiden hier extrem und die meist gesehenen Arbeiten aller Mechaniker ist das Zentrieren und Umspeichen. Zum Glück haben wir mit DT SWISS einer der besten Laufräder auf dem Markt, einen extrem wertvollen Partner an unserer Seite, der uns ausreichend mit Material versorgt. Unsere neue Mechanikerin Jule ist also fleißig mit dem Speichen von Laufrädern beschäftigt, was nicht gerade eine Lieblingsaufgabe ist.

Für uns war es für diese Saison das wichtigste Vorhaben auf den Rennen einen eigenen Mechaniker an Bord zu haben. Besonders bei diesem Worldcup wären wir ohne unsere beiden Mechaniker Tristan und Jule (richtig, eine Lady hat die Kontrolle in unserem Pit) völlig aufgeschmissen. Hinzu kommt noch, dass sich beide vollkommen in unser Team integrieren und zwei super liebenswerte Charaktere sind.

Ihr habt ja sicherlich diverse Helmkamerafahrten im Sozialmedia gefunden und gesehen was die Strecke von uns abverlangt, jedoch ist das was ihr da gesehen habt bei weiten heftiger und nochmals deutlich andershier vor Ort. Die Strecke ist unheimlich rau, die oberen Sprünge sind riesig und für die Elite Women und Juniorinnen eine extreme Herausforderung. So springen gerade mal ca. 7 Frauen und Mädels die Gaps. Im mittleren Bereich findet sich ein Felsenmeer mit viele rauen und spitzen Steinen. Die Schwierigkeit ist es den richtigen Flow der Strecke zu finden, ohne das gesamte Material zu zerstören. Im Ausgang des Felsenmeers taucht eine Triple-Sektion auf, die beim kleinsten Fehler das zeitlich Aus bedeuten würde. Verzieht man den ersten Terrassensprung passt der Speed nicht mehr für den letzten Double, wo die Fahrer richtig ziehen müssen. Zum Ziel geht es über die öffentlichen schmalen Gassen des Orts in den traumhaft schönen Hafen.

Die Qualifikation liegt nun hinter uns. Natürlich stieg die Aufregung auch abseits der Strecke für uns alle. Wir fieberten alle mit und es zeigt einen erneut wie machtlos man am Streckenrand eigentlich ist. Aber am Ende können wir durchaus zufrieden sein. Simon kam gut durch, konnte einen guten Lauf ins Ziel bringen und qualifiziert sich als 12. Ein mega Ergebnis und im Pit war Simon auch sichtlich glücklich. Paula war eher weniger zufrieden, einen 5. Platz in der Quali ist nicht das, was sich Paula vorgestellt hatte. Aber bereits im letzten Jahr war Paula in einigen Rennläufen nicht wiederzukennen und mit diese positiven Gedanken gehts morgen ins Finale. Till fuhr leider nur auf den 81 Platz, er hatte einfach auf dieser Strecke zu viele Fehler gemacht und verlor somit unnötig einige Sekunden, die ihm letztlich den Finaleinzug kosteten. Dennoch sind wir sehr zuversichtlich, wir müssen weiterhin an einigen Schrauben drehen und werden in Fort William Anfang Juni den nächsten Versuch starten. Morgen gehts weiter mit den Finals, wir brauchen euch!

Finals:
Wir waren am Finaltag relativ locker und entspannt. Leider verfolgte Paula das Pech auch weiterhin am Finaltag. Da die Junioren/-innen lediglich am frühen morgen 1 Std Training haben und im direkten Anschluss die Finals starten, sollte im Training wenig passieren. Paula kam nach ca 35 Minuten des Trainings mit einem weiteren Platten ins Ziel. Somit war das Training gelaufen und Paula absolvierte nicht einen einzigen Lauf.
So stand Paula natürlich etwas enttäuscht am Ziel und konnte auch nicht den gewünschten Lauf ins Ziel bringen. Am Ende war Paula aber nicht übermäßig traurig, sie gab alles und konnte für ihre Umstände an diesem Wochenende noch einen halbwegs vernünftigen Lauf ins Ziel bringen. Bis zum nächsten Rennen gilt es jetzt für Paula das neue Sender AL ausreichend kennenzulernen und fleissig zu trainieren.
Simon war fit, motiviert und natürlich gut drauf. Schaffte er endlich die Quali fürs Final mehr als souverän. Lockeres Aufwärmprogramm, nochmals letzte kleine Tips und dann ging es für Simon an den Start. Drei mal tief Luft holen und mit Feuer aus den Startblock raus.
Simon erwischte einen guten Tag und endete auf einem mega 10. Platz. Super fette Leistung und auch direkt mal im ersten Rennen die Norm für die WM in der Lenzerheide eingefahren. Besser geht nicht!!! Glückwunsch Simon, fettes Ding.

Nun geht es erstmal Heim etwas Kraft tanken bevor wir uns alle in Winterberg wieder sehen. Schaut euch mal die neuste Printausgabe der Rider an, dort gibt es ein tolles Gewinnspiel mit uns!

Ride on

Rennüberblick

Name Startnr. Klasse Run # Punkte Zeit
Till Ulmschneider Elite Men Seeding8102:35:848
Till Ulmschneider Elite Men Final-0folgt
Simon Maurer Pro Junior U19 male Seeding1202:39:278
Simon Maurer Pro Junior U19 male Final10102:36:761
Paula Zibasa Pro Junior U19 male Seeding-0folgt
Paula Zibasa Pro Junior U19 male Final4103:07:415

Bilder vom Renntag