Racebericht

Serfaus-Fiss-Ladis (AUT) #4 Rookies Cup

Für die beiden Kiefer Jungs stand am vergangenen Wochenende das Highlight der Saison auf dem Programm. In Serfaus Fiss Ladis wurde der Downhill-Nachwus aus der ganzen Welt eingeladen, um die Rookies Weltmeister auszufahren.

Für die beiden Kiefer Jungs stand am vergangenen Wochenende das Highlight der Saison auf dem Programm. In Serfaus Fiss Ladis wurde der Downhill-Nachwus aus der ganzen Welt eingeladen, um die Rookies Weltmeister auszufahren.
Das Wochenende stand komplett im Zeichen der Kids, so war es logisch, dass die Jungs bestmöglich supportet werden. Also sprangen wir in unser neues Teamfahrzeug samt perfekt eingerichteter Werkstatt. Till sollte uns an diesem Wochenende begleiten, immerhin begann Till seine Karriere ähnlich wie die von Luis und Henri hier bei der Rookies WM. Für mich war es der erste Besuch in Serfaus, aber bestimmt nicht mein letzter.
Hier auf dem RookiesCup herrscht eine tolle, sportliche aber sehr entspannte und freundschaftliche Athmosphäre. Die Kids haben einfach nur richtig viel Bock, sehen sich nicht als Konkurrenten und ihre Eltern halten sich entspannt im Hintergrund und lassen die Kids sich austoben.
Wir reisten erst Freitagnacht an, die Qualifikation war somit bereits Geschichte und die nächsten beiden Tage sollten Raceaktion pur liefern. Till sprang am Morgen aufs Bike und trainierte den gesamten Vormittag mit Luis und Henri. Es war die erste Begegnung für Till mit den beiden Kiefers, da er noch bis Juli in Whistler weilte. Die beiden Kids waren richtig aufgeregt und konnten es kaum erwarten mit Till einige Runde zu drehen. Die Begeisterung war den Kiefers sichtlich anzusehen: „Till fährt so cool und so locker, genauso wollen wir auch fahren!“, klang es aus den strahlenden Mündern der Beiden.
Nach den ersten Trainingsfahrten startete erstmals der Austausch über die Strecke. Linien wurden besprochen und Till gab den Jungs viele hilfreiche Tips und Tricks. So stellt man sich ein Team vor! Alle halten zusammen, tauschen sich aus, freuen sich füreinander und gehen gemeinsam durch dick und dünn :-) Ich freue mich jetzt schon auf die kommenden Jahre mit den Jungs.
Nach dem Training war erstmal eine kleine Pause angebracht und alle saßen gemeinsam mit Freunden und Eltern im Teampit. Die einen bereiteten das Essen vor, die anderen checkten die Bikes. Eine wahnsinnig tolle Stimmung, so kommt man zu Höchstleistungen.

Nun war es aber Zeit für den Rennlauf: Klamotten richten, Bike in die Hand und ab zum Lift. Vorsichtig und fast schon schüchtern fragten wir die Beiden, ob Sie Till und mich mit oben am Start haben wollten. Ein kleines, strahlendes Nicken kam als Antwort :-)
Also ab zum Lift und hoch zum Start! Wir waren überpünktlich oben und uns blieb mehr als ausreichend Zeit, so dass wir diese nutzten und die oberen Sektion vom Streckenrand nochmals anschauten. So langsam stieg aber sichtlich die Nervosität von Henri. Seine Altersklasse war die Erste, die auf die Strecke musste. „Ich mag den Zustand nicht! Immer diese Nervosität!“ sprach Henri mit leichtem Schlucken. Ich versuchte Henri einige Tips zu geben, um ihn die Nervosität zu nehmen: „Nervosität ist wichtig, sie steigert dein Konzentrationsvermögen erheblich und nur mit dieser Nervosität kannst du auch dein Bestes geben! Nimm sie lieber an, als dass du gegen sie ankämpfst. Das wird nie klappen!“ Wieder bekam ich dieses leicht schüchterne Nicken, aber irgendwie hatte ich die Hoffnung und das Gefühl, meine Worte würden helfen.
So langsam war es an der Zeit Richtung Starthäuschen zu gehen und in diesem Moment wurde Henri auch aufgerufen. Er war, wie fast immer, der letzte der U13, der auf die Strecke gehen durfte.
Die Nervosität stieg nun und Henri begann leicht ungeduldig zu werden. „Ich will jetzt fahren, das Warten ist ätzend!“. Leider musste sich Henri noch ein wenig gedulden. Die letzten 5 Fahrer starteten im 2:50 Minuten Abstand, damit die Rennläufe komplett via Kameras optimal übertragen werden konnten. Denn, wie es sich für eine WM gehört, werden die Rennläufe für die Eltern auf einer großen Leinwand im Ziel gezeigt. Und alle, die nicht die Zeit fanden nach Serfaus zu reisen, konnten sich das Rennen gemütlich im Internt auf Pinkbike anschauen. Was für ein Privileg!

Nun war es endlich so weit, Henri war am Start. Ich muss gestehen: meine Nervosität stieg enorm! Sie stieg höher als beim Wolrdcup wenn Till, Simon und Felix starten. Aber als ob Henri nie einen Hauch von Nervosität besaß, starrte Henri den Countdown an, sah die Zahl 5 auf dem Display und schoss aus dem Gatter. Die ersten Sekunden konnte ich noch miterleben und dann verschwand Henri im ersten Wald. Nun war ich vom Livetiming abhängig und die Sekunden vergingen wie Minuten, die Minuten wie Stunden. „Henri, könntest du bitte ins Ziel kommen? Optimalerweise mit Bestzeit...“
Und dann blieb die Uhr stehen! Der Sieg des RookiesCup war Henri sicher und er gewann mit einem Abstand von 12 Sekunden. Unglaublich der Kleine!

Aber so ganz war der Tag noch nicht gelaufen, nun war die U15 an der Reihe. Luis war bereits oben am Start angekommen. Luis würde sich den Start seines Bruders nie entgehen lassen. Die beiden sind wie Pech und Schwefel!
Luis ist am Start ein ganz anderer Typ, er wirkt gelassener und entspannter. Aber wenn man sich mit Luis unterhält merkt man seine Anspannung. Sie ist aber völlig anders als bei Henri.
Henri schaut nur auf sich und will einfach alles geben und mit Vollgas den Berg runter. Luis schaut sich eher um, spricht über andere Fahrer und wirkt in einigen Situationen eher eingeschüchtert. „Hast du den gesehen? Wie soll ich denn so schnell fahren?“

Ich traute meine Ohren nicht, aber auf der anderen Seite fand ich es mega interessant und konnte einen evtl. Ansatz finden. Aber das Thema wollte ich erst nach Luis Rennlauf an-, bzw. besprechen.
Erstmal galt es Luis für seinen Rennlauf zu unterstützen. Wir unterhielten uns viel und begaben uns 15 Minuten vor seinem Start zum Aufwärmen. Leichtes Aufwärmprogramm, die Jungs sind 12 und 14 Jahre.
Luis startete in seiner Klasse als 5. Letzter, auch er musste sich ordentlich gedulden bis er an der Reihe war. Ich blieb bei Luis bis er nur noch 30 Sekunden auf der Uhr hatte. Die Uhr begann zu piepen und als der Zeiger nur noch 5 Sekunden anzeigte, schoss Luis aus dem Gatter. Ich hörte noch wie Luis die Gänge durchschaltete und mit viel Styl und Flow im Wald verschwand. Wieder war meine Nervosität enorm hoch und das Starren auf das Livetiming begann von vorne. Luis sollte den Rennlauf als 5ter beenden, vor ihm befanden sich allerdings ausschließlich internationale Kids. Super Leistung!
Im Ziel angekommen war keine Spur von Müdigkeit zu erkennen. Gehen wir jetzt alle zusammen biken? Nix wie in die Klamotten, Bike geschnappt und plötzlich waren wir eine Truppe aus ca 15 Kids (naja und mir:-)) und fuhren die anliegenden Trails.
Ein erster toller Tag ging für uns zu Ende!

Der nächste Rennmorgen sollte nix Gutes verheißen: es war deutlich dunkler und der Himmel zog sich immer mehr zu. Der angekündigte Regen zog auf und kurze Zeit später begann der Dauerregen. Aber zum Glück konnten wir am Vorabend den WorldCup in MSA auf der Leinwand live verfolgen und mit großem Stauen den Sieg von Aron Gwin bestaunen. Was die können, schaffen die Kids doch auch und in der Tat waren die Streckenbedingungen sehr ähnlich. Dauerregen, dicke Pfützen und ein durchgehender Bach floss die Strecke hinunter. Das waren richtig heftige Umstände und in der Nervosität der Kids anzusehen. Ich versuchte den Kids oben am Start bestmögliche Tips zu geben. Wie sagte Steve Peat noch einst: Follow the river - bleibt im Bach. Unter dem Wasser wird der Grip auf der Strecke am Größten sein!
Während Henris Rennlauf kann es eigentlich nicht geregnet haben und die Strecke muss auch komplett trocken gewesen sein, anders kann man sich doch seinen Rennlauf und den Sieg mit 20 Sekunden Vorsprung nicht erklären. Wahnsinn der Kleine, mit welcher Ruhe er seine Rennläufe runterhämmert.
Mit Luis führte ich am Vorabend noch ein kleines Gespräch und versuchte ihn Selbstbewusster zu stimmen. Luis ist ein sehr intelligenter Kerl und Fahrer, er saugt Tips und Ratschläge wie ein Schwamm auf und beherzigt diese. Und genau diese Tips brachten Luis einen mega guten Lauf bei diesen Bedingungen, am Ende sollte es zu Platz 6. reichen und somit zweit bester Deutscher. Luis strahlte bis über beide Ohren und er war glücklich und zufrieden mit seinem Ergebnis. Es bleibt nur eine Frage der Zeit, ein wenig mehr Kraft und Körpergröße für sein Sender und der Kerl wird noch so einige zum Staunen bringen!
So ging ein wirklich einmaliges, tolles Wochenende vorüber und ich darf die Heimreise mit wirklich tollen Eindrücken antreten.

Hier der Livestream vom Sonntag

Vielen Dank für die Bilder an Rookies Cup by IXS

Der offizielle Rennbericht ist hier zu finden.

Rennüberblick

Name Startnr. Klasse Run # Punkte Zeit

Bilder vom Renntag